KAPITEL IV – DER NEUE HERRSCHER

Als der junge Kaiser am 1. Dezember um 5 Uhr im Cortège die Trabantenstube der Wiener Burg betrat, um an den Vigilien für den verstorbenen Onkel Franz Joseph teilzunehmen, waren alle Blicke auf die Eingangstüre gerichtet. Erwein Lobkowitz, der Sohn des Kammervorstehers Zdenko Lobkowicz, schildert die Szene:”[...]Die Friedensmarschalluniform steht ihm ausgezeichnet; leider scheint er nicht zu bedenken, daß er der Mittelpunkt des Interesses ist. Er schlenkert unschön mit den Armen und nickt ganz mechanisch nach rechts und links mit seinem Kopf. Wie schön und vornehm pflegte da Kaiser Franz Joseph zu repräsentieren, etwas lässig, doch immer ganz gerade schritt er im Cortège, ohne mit der Wimper zu zucken[...].”[i]

Nach den Vigilien formierte sich der Zug wieder und setzte sich aus dem Oratorium der Hofburgkapelle dann langsam in Bewegung. “[ ...]Eben betritt der Kaiser den Saal, da entsteht eine Stockung. Gelangweilt nimmt der Kaiser eine bequeme Stellung ein und wendet sich an Lónyay[ii], um ihn nach dem Befinden seines Sohnes zu fragen, der krank war. Lónyay ist sichtlich aus der Fassung gebracht, jetzt angesprochen zu werden. Nun bemerkt der Kaiser mich und ich erhalte einen sehr gnädigen Zwinkerer zugesandt. Wenn das Auftreten des jungen Herrn nur etwas gemessener und harmonischer gewesen wäre, könnte man nichts gegen all das haben. Es ist interessant zu beobachten, wie die Höflinge der alten Zeit über das Gehaben des jungen Herrschers sichtlich entsetzt sind.

Der Zug kommt wieder in Fluß und es schwebt die junge Monarchin herein – wirklich jeder Zoll eine Kaiserin!”[iii]

Der Wandel in der Herrschaft von Kaiser Franz Joseph zu Kaiser Karl ist kaum besser zu charakterisieren. Schon am frühen Morgen des 22. November 1916 hatte der junge Herr die Regierungsgeschäfte aufgenommen, während Franz Joseph im anderen Flügel des Schlosses Schönbrunn noch aufgebahrt lag. Die rastlose Zeit der 18 Stundentage hatte begonnen:[iv] “[...]Se. Majestät empfing und unterschrieb, unterschrieb und empfing, ohne eine andere Unterbrechung als die überaus kurzen Mahlzeiten und die allerdings recht häufigen Momente, da sich das Kaiserpaar meist gemeinsam oder auch getrennt hinüber zu dem Paradebett seines Großoheims begab[...].”[v]

Das Erscheinungsbild des Kaisers hatte sich geändert. Im Gegensatz zu Unnahbarkeit, gemessener Ruhe, Distanz und absoluter Pünktlichkeit des alten Herrn war nun Tempo angesagt, Mobilität, Eile, Überraschung und Unbequemlichkeit. Anstatt mit der Kutsche fuhr S.M. jetzt mit dem Automobil, er telephonierte mit Ministern, Beamten und Würdenträgern und nahm den Aufzug, sogar den “Paternoster”! Plötzlich erschien er in einem Ministerium, vertrieb den Schlendrian, änderte rasch eigene Befehle und Programme. Die Arbeit der Suiten, die zum Teil neu und nicht routiniert waren, verzehnfachte sich. Es unterliefen Fehler im Zeremoniell, das lockerer gehandhabt wurde. Der junge Herr war sehr unbequem und manchmal unpünktlich, was man ihm schrecklich verübelte. Bald nahm er seine Frontreisen zur Truppeninspektion auf,[vi] arbeitete und schlief im Hofzug, wo er auch Audienzen gab. Minister und Offiziere mußten mitfahren, und er saß mit ihnen an einer gemeinsamen Tafel![vii]

Die scheinbar verringerte Distanz, die persönliche Kontrolle des Herrschers und die Anpassung der kaiserlichen Familie an die Kriegsverhältnisse, der einfache Lebensstil, der die Identität mit der unter dem Krieg leidenden Bevölkerung zum Ausdruck brachte, förderte die Kritik des Adels, dessen Existenz durch Jahrhunderte von Hofdienst, Gesellschaft und öffentlichem Schauspiel des Zeremoniells geprägt war. Man verglich Kaiser Karl fortgesetzt mit seinem Vorgänger oder maß ihn an Kaiser Wilhelm II. Man kritisierte seinen Gang, die Nervosität seines Reitens, stellte seine Ähnlichkeit mit den Wettinern, das Unhabsburgische an ihm fest, bemäkelte die bewußt zurückgedrängte Eleganz.[viii] Politiker aus dem Hochadel bemitleideten “den armen, kleinen Kaiser”, der besonderer Obsorge bedürfte.[ix] Sie betonten seine Unerfahrenheit in den Staatsgeschäften[x] und erwarteten sich in der schwierigen Situation des Krieges von dem Neuling, der sich angeblich nicht auskannte, wenig. Ein Teil der Aristokratie, war deutsch gesinnt und an Kaiser Wilhelm II. orientiert.[xi]

Obwohl das Volk jubelte, die Diplomaten über die wachsende Popularität des jungen Kaiserpaares und sein liebenswürdiges Auftreten berichteten,[xii] sogar Czernin bezeugte 1919 (!), er habe den jungen Kaiser niemals unfreundlich, zornig oder böse gesehen,[xiii] war die Frage latent: würde der Nachfolger Kaiser Franz Josephs jene einigende Identifikationsfigur sein und darstellen können, die das in zentrifugalen Spannungen befindliche Reich zu seinem Fortbestand benötigte?

Das Erbe, das Kaiser Franz Joseph seinem Nachfolger hinterlassen hatte, war trotz der gut funktionierenden Staats–, Hof–und Kriegsorganisation in schlechtem Zustand. Der Krieg belastete das Volk mit Tod, Invalidität, Hunger und üblen Lebensbedingungen. Ihm gegenüber war die besitzende Aristokratie und das vom Militär freigestellte oder am Krieg verdienende Bürgertum, waren Journalisten und Mitglieder des auswärtigen Dienstes begünstigt. Österreich hatte große Probleme bei der Ernährung der Zivilbevölkerung.[xiv] Bereits im Oktober 1916 versuchten einige österreichische Adelige, eine gemeinsame deutsch–österreichische Militärkommission zur gerechten Verteilung von Lebensmitteln zu schaffen, nachdem sich Ungarn geweigert hatte, den Hungernden in Wien zu helfen.[xv]

Die Verfassung Österreich–Ungarns von 1867 hatte die Organisation zweier Staaten, die Länder der deutschen Krone und das Königreich der heiligen Stephanskrone, über das Gefüge des seit Jahrhunderten föderalistisch gewachsenen Völkerkonglomerats gelegt. Die inneren Spannungen komplizierten die nationalen Fragen. Sie stellten das Gesamtstaatsbewußtsein in Frage, das der Kaiser und König repräsentierte. Macht und Herrschaft über die Völker waren ihm von Gott übertragen.[xvi] Seit 1867 war er durch zwei Verfassungen, die Pragmatische Sanktion fest schrieben und Herrscherrechte definierten, an Parlamente und Regierungen gebunden. Er war das personale Bindeglied von zwei Reichen, die durch Heer, Außen–und Finanzpolitik wie durch einen überparlamentarischen Ausschuß (die Delegationen) miteinander verbunden waren. Die Verfassungen, die ungarische, historisch gewachsen, und  die österreichische, erst im 19. Jahrhundert entstanden, waren nicht synchron, sie widersprachen einander sogar in einigen Artikeln. Kaiser Franz Joseph hatte die ungarischen Verfassung bei der Krönung mit der heiligen Stephanskrone beeidet, die österreichische Konstitution hatte er jedoch nur signiert, nie sie beeidet. Ihre Transformation in eine neue Gesamtstaatsverfassung war möglich.[xvii]

Der Kaiser war Allerhöchster Kriegsherr. Seine Domäne, die Militär–und Außenpolitik, reduzierte sich bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges auf die Kommandogewalt und auf das Recht von Kriegserklärung und Friedensschluß. Er behielt Teile der Kirchenpolitik (Bischofsernennungen, Patronatsrechte etc.) und die Exekutivgewalt, ernannte und entließ die Regierungen, sanktionierte Minister,–Kronratsbeschlüsse und Gesetze, er berief die Herrenhausmitglieder.[xviii]

Animositäten, Ideologien und Gegensätze innerhalb der Parlamente (Reichsrat, Reichstag, Landtage) verzögerten die Lösung des Nationalitätenproblems. Die Unfähigkeit des Parlamentarismus, die Konzeptlosigkeit der Regierungen, das “Fortwursteln ” der Politiker, die Niederlagen des Krieges und schlechte Existenzbedingungen intensivierten im kollektiven Bewußtsein die Bedeutung vom Selbstbestimmungsrecht der Völker.[xix]

Das Bündnis Österreich–Ungarns mit dem Deutschen Reich trug den Krieg; es entwickelte eine Diktatur der Militärs gegenüber den zivilen Gewalten. Die Militärgerichtsbarkeit, nahm im Einfluß der DOHL den slawischen Nationalismus aufs Korn[xx] und stärkte damit die nord–und südslawischen Exilregierungen, die sich seit 1915 in Paris etabliert hatten.

Parlamentarische Gegensätze und die Verfassung der Österreichisch–ungarischen Monarchie blockierten das böhmische Staatsrecht und die Lösung Sprachenfrage. Um die Gegensätze mit Ungarn nicht zu verschärfen, verschob Kaiser Franz Joseph wiederholt die böhmische Krönung,[xxi] was die antidynastische tschechische Nationalbewegung begünstigte.[xxii] Sie propagierte die Renaissance des historischen Königreiches Böhmen  als bürgerlichen Nationalstaat und die Zerstörung der übernationalen Habsburgermonarchie. Ihre Anhänger nahmen sich das Recht, sich von ihrem Treueid auf Herrscher und Reich selbst zu entbinden.[xxiii] Am fünfhundertsten Todestag von Johannes Hus, dem 06. Juli 1915, proklamierte Thomas Masaryk den tschechischen Nationalstaat in Genf.[xxiv] Beneš formulierte dessen Tendenzen und Ziele :”[...]Der nationale Geist[...]wendet die Prinzipien der Demokratie nicht nur auf das Individuum sondern auf die Nation als Ganzes an. Unsere nationale Wiedergeburt schöpft gleich anderen slawischen Nationen ihre Freiheitstheorie aus der humanistischen Philosophie der französischen Revolution, ebenso wie auch andere Nationen aus dieser Philosophie die Prinzipien ihrer nationalen Vereinigung abgeleitet haben, wie die Italiener, die Deutschen und die Jugoslawen. Mit einem Wort, die Philosophie des Humanismus ist die Grundlage der modernen Demokratie und aus dieser Demokratie folgt die politische, wirtschaftliche und kulturelle Freiheit der Nation als Ganzes.[...]“[xxv]Solche Gedankengänge entsprachen den politischen Konzepten der europäischen Massonnerie, die der internationale Freimaurerkongreß im Juni 1917 in Paris beschloß.[xxvi]

Ein Hauptakzent der tschechischen Antipropaganda, die von den englischen Publizisten Robert William Seaton–Watson und Henry Wickam Steed inspiriert wurde, lag auf dem Militärbündnis Österreich–Ungarns mit Deutschland. Die Exiltschechen stärkten die Interessen der Entente gegen das Vordringen Deutschlands in den Nahen Osten.[xxvii]

Analog zur Spannung von Zivil–und Militärbehörden in Böhmen beeindruckte die Erklärung des Großfürsten Nikolai Nikolaijewitsch, die er am16. September 1914  an die österreichischen Nationalitäten erlassen hatte, die Südslawen.[xxviii]

Der Nährboden der slawischen Nationalbewegungen war der schnelle und unkontrollierte Verdacht des Kriegsüberwachungsamts auf subversive Tätigkeit: Militär – und Zivilverwaltung verhielten sich dabei ambivalent und widersprüchlich.[xxix]

Seit Kriegsbeginn lebten auch dalmatinische und istrische Emigranten im Exil: Iván Mestrovic, Ante Trumbic und Frano Supilo bildeten den Kern ihrer habsburgfeindlichen Organisation.[xxx] Im April 1915 entstand in Paris “das Jugoslawische Komitee”, das nach Kontaktaufnahme mit der französischen Regierung nach London übersiedelte und  am 12. Mai 1915 sein “Manifest an das englische Volk und Parlament” erließ.[xxxi]

Die Südslawen hatten Probleme mit Italien, das sie wegen eigener Ansprüche auf Gebiete an der dalmatinischen Küste weder fördern noch anerkennen wollte. Das Komitee wandte sich sehr bald an Landsleute in Nord–und Lateinamerika um finanzielle Hilfe. Von den Politikern der Heimat abgelehnt und ohne Kontakt mit Österreich–Ungarn orientierte sich Trumbic seit damals an den Serben in Belgrad.[xxxii]

Am Abend des 22. November 1916 erschien in den Wiener Zeitungen das Thronbesteigungsmanifest Kaiser Karls:[xxxiii] “[...]Ich will alles tun, um die Schrecknisse und Opfer des Krieges in ehester Frist zu bannen, die schwer vermißten Segnungen des Friedens Meinen Völkern zurückzugewinnen, sobald es die Ehre Unserer Waffen, die Lebensbedingungen Meiner Staaten und ihrer treuen Verbündeten und der Trotz Unserer Feinde gestatten werden.[...]” Diese Sätze hatte der junge Herrscher selbst in den Text gefügt. Durchdrungen vom Glauben an die unvernichtbare Lebenskraft Österreich–Ungarns, beseelt von der Liebe zu seinen Völkern, versprach er, sein Leben und seine ganze Kraft für die hohe Aufgabe seines Amtes einzusetzen.[xxxiv] Das Manifest garantierte die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Freiheiten, der Kaiser werde sonstige “[...]Gerechtsame hochhalten und die Rechtsgleichheit für alle sorgsam hüten. Mein unablässiges Bemühen wird es sein, das sittliche und geistige Wohl Meiner Völker zu fördern, Freiheit und Ordnung in Meinen Staaten zu beschirmen, allen erwerbsfähigen Gliedern der Gesellschaft die Früchte redlicher Arbeit zu sichern[...]. ”  Dieser Passus  war auf Wunsch von Ministerpräsident Koerber in das Manifest aufgenommen worden.[xxxv]

An diesem 22. November 1916 hatte Kaiser und König Karl die Regierungen Österreichs und Ungarns bestätigt und Graf Stephan Tisza die Zustimmung zur sofortigen Krönung zum König von Ungarn gegeben.[xxxvi] Beide Ministerpräsidenten wollten den neuen Herrscher augenblicklich auf die jeweilige Verfassung festlegen und den Dualismus fixieren.

Kaiser Karl wünschte die ungarische Krönung aus politischen und religiösen Motiven. Sie war nach dem Regierungsantritt eines neuen Herrschers innerhalb von sechs Monaten vorzunehmen. Die Krönung betonte gegenüber dem deutschen Kaiserreich die Eigenständigkeit des Habsburgerstaates, trieb einen Keil zwischen die separatischen Beziehungen Ungarns zu Deutschland und verstärkte das Band zum Römischen Papst. Der Apostolische Nuntius war bei der Zeremonie anwesend. Der König wollte mit Hilfe des Papstes so rasch als möglich zum Frieden kommen, die nationalistischen Spannungen zwischen Ungarn und Österreich mindern und das Gesamtstaatsbewußtsein stärken. Nach dem Friedensschluß sollte der Herrscher auch in Böhmen und in Österreich gekrönt werden, um historisch überlieferte Staatsrechte und emotional verwurzelte Herrschaftsmanifestationen mit neuen Konzepten eines Föderativstaates zu verbinden.[xxxvii] Doch der ungarische Krönungseid blockierte die Verfassungsreform und die Umformung der Donaumonarchie in die von Kaiser Karl geplante Donaukonföderation.[xxxviii]

Am 02. Dezember 1916, dem Gedenktag der Thronbesteigung Kaiser Franz Josephs in Olmütz, übernahm Kaiser Karl selbst den Armeeoberbefehl und entmachtete Erzherzog Friedrich, er degradierte ihn zum stellvertretenden Armeeoberkommandanten (04. Dezember 1916). Alle zur entscheidenden operativen Fragen waren dem Kaiser und König persönlich vorzulegen, er war vollständig zu informieren, alle wichtigen innenpolitischen Angelegenheiten blieben seiner Entscheidung überlassen. Selbst die Personalfragen, die Umbesetzung von Kommanden und die Enthebungen von Generälen, waren ihm zu unterbreiten. Damit nahm der junge Herrscher der “österreichischen Militärdiktatur” das Zepter aus der Hand.[xxxix] Doch seine Versuche, sich von der “deutschen Militärdiktatur”[xl] zu lösen, mißlangen sehr rasch, nachdem er Conrad befahl, die Vereinbarung über die “Oberste Kriegsleitung”[xli] zu verändern. Die DOHL sollte keinerlei Befehle an die Verbündeten erlassen dürfen und mit ihnen nur verhandeln, was Hindenburg und Ludendorff diplomatisch ablehnten. Es blieb dabei, daß militärisch strittige Fragen beiden Kaisern vorzulegen waren, der Deutsche Kaiser behielt als älterer die letzte Entscheidung.[xlii]

Wie angekündigt, verlegte Kaiser Karl das Armeeoberkommando gegen den Widerstand Conrads  anfangs Jänner 1917 aus Teschen, dem Schloß von Erzherzog Friedrich in das Kaiserhaus nach Baden bei Wien.[xliii] Deshalb verlegte auch die DOHL im Februar 1917 ihr Hauptquartier von Pleß (Oberschlesien) nach Kreuznach (Rheinland).[xliv]

Hindenburg und Ludendorff wollten von den Westmächten mit dem uneingeschränkten U–Bootkrieg den Frieden erzwingen. Sie erwarteten die Niederlage Großbritanniens bis spätestens Sommer 1917. Im Fall des verschärften U–Bootkrieges  drohte jedoch der Eintritt Amerikas in den Krieg.[xlv]

Im Advent 1916 trat der Friedensgedanke, von Kaiser Karl, von Kaiser Wilhelm II., von Papst Benedikt XV. und von Präsident Wilson vertreten, von diversen geheimen Friedenbemühungen begleitet, an die Öffentlichkeit.[xlvi]

Kaiser Karl nützte seine familiären Möglichkeiten und ersuchte schon am 05. Dezember 1916 seine Schwäger Sixtus und Xavier von Bourbon von Parma über die Herzogin Maria Antonia in die Schweiz zu kommen und Friedensgespräche mit Frankreich und England einzuleiten.[xlvii]

Damals fanden auch deutsch-französische Geheimkontakte über die Wiederherstellung Belgiens und über Elsaß–Lothringen statt.[xlviii]

Noch als Thronfolger hatte sich Erzherzog Carl an Papst Benedikt XV. um Friedensvermittlung gewandt, obwohl die Entente nach dem Vertrag von London (April 1915) die Mediation des Papstes kaum akzeptieren würde.[xlix] Jetzt suchten Kaiser und Papst mit den Mächten der Entente getrennt zu verhandeln. Der Papst wollte die italienische Regierung friedensbereit stimmen und den Kriegswillen Deutschlands dämpfen. Prinz Sixtus, sollte als Vermittler zu Frankreich und England, in erster Linie Feinde Deutschlands und nicht Österreich–Ungarns, die Friedensgeneigtheit Kaiser Karls  zur Kenntnis bringen und die Maschine, die den Kriegseintritt der USA vorbereitete, wenn nicht zum Stehen bringen, so doch bremsen. Die militärische Situation schien solche Gespräche zu begünstigen. Serbien und Rumänien, Kriegsherde von 1914 und 1916, waren besiegt. Die russische Revolution stand vor der Türe. Es lag an Deutschland und an der Entente, ob die blutige Auseinandersetzung fortdauerte. Die Friedenssehnsucht der Menschen in Österreich, Frankreich und Italien war groß.

Die Endfassung des Friedenssangebots der Zentralmächte (12.12.1916), erfolgte nach dem Thronwechsel am 07. Dezember 1916. Österreich – Ungarn wünschte einen Verständigungsfrieden, beharrte auf der Integrität der Monarchie und auf seiner Position an der Adria, wollte aber bei Grenzberichtigungen flexibel sein.[l]

Deutschland gab keine konkreten Friedensbedingungen bekannt, weshalb die Note vom 12. Dezember 1916 die Friedensgeneigtheit der Zentralmächte nur allgemein formulierte.[li]

An diesem 12. Dezember weilte Kaiser Karl in Budapest, er stattete Ungarn seinen ersten offiziellen Besuch ab, empfing Minister, Honoratioren und Reichtagsabgeordnete, besuchte den greisen Bannerherrn Graf Julius Szechényi und Kardinal Csernoch.

Um 17 Uhr 10 fand im ungarischen Parlament die Sitzung des Abgeordnetenhauses statt, der ungarische Ministerpräsident hielt eine große Rede über das Friedensangebot der Zentralmächte, und kritisierte scharf die Entente.[lii]

Die Sitzungen des ungarischen Reichstags beleuchten den ungarischen Chauvinismus, der sich an der deutschen Armeesprache des Heeres, an der Diskussion um den Gebrauch des großen oder kleinen Titels des neuen Herrschers, an Inauguraldiplom und Eidesformel für die Krönung entzündete.

Graf Michael Karolyi, Vertreter der Linken, plädiert für die konstitutionellen Rechte der Nation: für Pressefreiheit, freies Versammlungsrecht, Freiheit der Wahlen, für die Unverletzlichkeit des Reichtages. Er stellte sogar das Thronfolgerecht König Karls IV. in Frage.

Der ungarische Ministerpräsident Graf Tisza vermochte diplomatisch und autoritär, die gegenläufigen Tendenzen zu binden und vom Reichstag die Zustimmung zum Inauguraldiplom, eine Art von königlicher Wahlkapitulation, zu erlangen. Das Inauguraldiplom für Karl IV. stimmte mit jenem von 1867 überein. Es legte ihn  auf den Ausgleich von 1867 (1868) fest. Graf Tisza konnte sich mit dem Hinweis auf die österreichische Regierungskrise, die eine Neuverhandlung des großen Titels für König Karl IV. blockierte, durchsetzen. Für die Magyaren war der Vorrang des österreichischen Kaisertitels vor dem ungarischen Königstitel unerträglich.. Graf Tisza beendete die Kontroverse zugunsten der Österreichisch–ungarischen Staatsauffassung von 1867;[liii] und legte damit den neuen König, der sich 1908 dem Protest seines Onkels Franz Ferdinand gegen die ungarischen Verfassungsgarantien Kaiser Franz Josephs angeschlossen hatte, auf den Dualismus fest.[liv]

Während der ungarische Nationalismus das Königtum von Gottes Gnaden nicht bezweifelte, betrachteten es die österreichischen Intellektuellen nach aufgeklärtem englischem Muster als Ergebnis eines Gesellschaftsvertrages.[lv] Deshalb stellte Kaiser Karl noch vor der ungarischen Krönung, wenn auch nicht laut und spektakulär, so doch prinzipiell in Österreich seine Position zur Freimaurerei klar. Er trennte sich von zwei ihrer prominenten Vertreter, vom Ministerpräsidenten Koerber und vom Gouverneur der Bodenkreditanstalt Rudolf Sieghart. Der Kaiser hatte die Regierung Koerbers zwar am 22. November 1916 bestätigt, den Ministerpräsidenten aber mit der Begründung, von ihm falsch beraten worden zu sein, einen Monat später entlassen. Koerber hätte den neuen Herrscher empfohlen, zuerst die österreichische Verfassung zu beeiden, danach den Reichsrat einzuberufen und vorläufig keine Regierungsmaßnahmen ohne ihn zu treffen. Im Fall der Funktionsunfähigkeit des österreichischen Parlaments, die Koerber erwartete, sollte Kaiser Karl wie sein Vorgänger mit dem Notverordnungsparagraphen 14 allein regieren.[lvi] Nach Kaiserin Zita erfolgte der Sturz Koerbers, weil er Exponent der in Österreich noch immer verbotenen Freimaurerei war.[lvii] Der korrupte Gouverneur der Bodenkreditanstalt, Rudolf Sieghart, unter dem Schutz des einstigen Ministerpräsidenten Wladimir von Beck aufgestiegen, war–wie 1918 sichtbar–ein großer Freimaurer.[lviii] Er plante 1916 ein österreichisches Presseimperium nach dem Muster der englischen Northcliffe–Presse aufzubauen und seine liberale Ideologie unter das Volk zu bringen.[lix]

Nun kamen Männer aus dem Kreis um Erzherzog Franz Ferdinand, dem Königreich Böhmen verbundene Adelige, ins politische Spiel, was die Agitation der Exiltschechen vorübergehend blockierte und die Friedenstendenzen des jungen Kaisers unterstrich.[lx] Denn am 18. Dezember 1916 hatte der amerikanische Präsident Woodrow Wilson  Maßnahmen für den Weltfrieden vorgeschlagen. Die <Liga der Nationen> sollte als oberste Instanz der Welt Gerechtigkeit und Frieden garantieren, die Wiederholung der blutigen Auseinandersetzung verhindern, die Rechtsgleichheit kleiner und großer Staaten sichern und kleine Völker vor Unterdrückung schützen. Der Weltfriede dürfte weder Sieger noch Besiegte kennen. Wilson regte an, Vorgespräche zwischen allen am Krieg Beteiligten zu beginnen und Kriegsziele bekannt zu geben. Das amerikanische Volk sei bereit, den Mächten zu helfen, zum Weltfrieden zu finden.[lxi]Die Exiltschechen sahen die Friedensnote Wilsons  als gegen ihre politischen Ziele gerichtet.[lxii]

Auch der Heilige Stuhl arbeitete für den Frieden. Gasparri informierte über den Wiener Nuntius Teodoro Valfrè di Bonzo die Regierungen Deutschlands und Österreich–Ungarns von der Bereitschaft Italiens, über Friedensbedingungen zu verhandeln (19. Dezember 1916).[lxiii] Eine Woche später legte Valfrè di Bonzo konkrete Friedensvorschläge vor, die Entente würde sie annehmen. Man könnte dieses Problem bei der ungarischen Krönung diskutieren. Der deutsche Botschafter Graf  Botho Wedel und der neue k.u.k. Außenminister Graf Czernin lehnten ab. Wedel zerstreute die Hoffnung, die deutsche Regierung würde den Vorschlag überhaupt behandeln. [lxiv]

Die Krönung Karls IV. zum Apostolischen König von Ungarn war die letzte Krönung in Zentraleuropa, deren Ordo und Ritus den mittelalterlichen Traditionen entsprach.[lxv]

Das Königspaar traf am Nachmittag des 27. Dezember 1916 am Budapester Westbahnhof ein und wurde von Ministern, Delegierten von Stadt, Staatspolizei und Staatsbahnen empfangen. Um 18 Uhr bat dann der Primas Hungariae, Kardinal Csernoch, im Prunksaal der Hofburg den König, Inauguraldiplom und Krönungseid anzunehmen, sich krönen lassen und die Krönung der Königin zu erlauben.[lxvi]

Die Inauguralsitzung beider Kammern des Reichstages leitete am 28. Dezember die Krönung ein. Um 11 Uhr empfing der König den Reichstag, er überreichte dem Primas das von ihm signierte Inauguraldiplom und die Eidesformel.[lxvii] Nachdem Magnaten–und Abgeordnetenhaus die königliche Unterschrift geprüft hatten, wurde der 30.Dezember 1916 zum Krönungstag bestimmt. Das Krönungsgeschenk für das Königspaar waren 50.000 ungarische Golddukaten.[lxviii]

Vor der Krönung wurden die Kroninsignien in der Burg auf Echtheit, Vollständigkeit und Zustand geprüft. Die Insignien verblieben eine Nacht in den Zimmern des Königs. Am folgenden Nachmittag wurden sie in die Lorettokapelle der Matthiaskirche gebracht. Für die  Königin war die “Hauskrone” seit 1527, der Krönung Annas von Ungarn, in Verwendung.[lxix]

Der 30. Dezember 1916 begann die Krönungssitzung beider Kammern des Reichstags mit 21 Kanonenschüssen vom Gellertberg. Um 8 Uhr 45 setzte sich die Kavalkade mit dem König zu Pferd, Königin und Kronprinz im achtspännigen Galawagen, von der Hofburg zur Kirche in Bewegung. Nach dem Empfang durch den Primas zog das Königspaar mit großem Gefolge unter Pauken und Trompetenschall in die Kirche bis zur Lorettokapelle, wohin die Krönungsinsignien gebracht worden waren.

Der eigentliche Krönungsritus des Königs zerfiel in zwei Teile: vor Beginn des Hochamtes leistete der König, vor dem Primas auf der obersten Stufe des Hochaltars kniend, seinen Eid auf die Kirche:”[...]Gesetz, Gerechtigkeit und Frieden der Kirche Gottes und des ihr untergebenen Volkes zu üben und zu halten[...]“, das Kirchengut unverletzt zu bewahren.[lxx] Danach hatte er sich zur Königsweihe bei der untersten Altarstufe unter den Klängen der Allerheiligenlitanei auf den Boden zu legen. Dann salbte ihn der Primas am rechten Hand–und Armgelenk und zwischen den Schultern mit Öl. Man legte ihm den Mantel des hl. Stephan um. Es begann das Hochamt mit der Krönungsmesse von Franz Liszt.[lxxi] Nach dem Graduale überreichte der Primas dem König das Schwert des heiligen Stephan, mit dem dieser zum Zeichen der Verteidigung von Kirche und Land nach drei Richtungen Kreuzhiebe aus führte. Danach setzten Primas und Palatinstellvertreter dem König gemeinsam die heilige Stephanskrone aufs Haupt, er erhielt Zepter und Reichsapfel. Nach vollzogener Inthronisation rief der Palatinstellvertreter “Es lebe der König!,” das gesamte Volk in–und außerhalb der Kirche antwortete  mit “Eljen!”.

Die Krönung der Königin entsprach dem Ritus der Kaiserinnenkrönung.[lxxii] Nach ihrer Vorstellung durch den König hatte auch sie sich zu Boden zu werfen. Sie wurde gesalbt, mit der “Hauskrone” gekrönt und mit der Stephanskrone an der rechten Schulter berührt. Zum Zeichen ihrer Macht erhielt auch die Königin Zepter und Reichsapfel, sie wurde neben dem König inthronisiert. Feierliches Te Deum, Kanonendonner und Glockengeläute der ganzen Stadt beschlossen die Königsweihe, das feierliche Hochamt wurde fortgesetzt.

Nach der Krönungsmesse kehrte die Königin im achtspännigen Galawagen zur Hofburg zurück. Der Kronprinz hatte vom Oratorium aus an der Seite des Königs Ferdinand von Bulgarien die gesamte Zeremonie mit verfolgt.[lxxiii]

Der König blieb in der Kirche und schlug, auf dem Thron sitzend, auserwählte Adelige zu “Rittern des Goldenen Sporns”. Dann formierte sich die große Kavalkade unter den Klängen des ungarischen Hymnus zum Auszug.

Vor der Dreifaltigkeitssäule, wo die Estrade für die Eidesablegung aufgebaut war, legte der König die Insignien ab, nahm das Schwurkreuz, hob drei Finger der rechten Hand und sprach mit dem Gesicht nach Osten dem Primas die Eidesformel nach. Er verpflichtete sich wieder zum Schutz des Landes, zur Bestätigung der verbrieften Rechte und Freiheiten und gelobte, jedem einzelnen Gerechtigkeit zu gewähren. Nach dem dreimaligen Ruf der Palatins “Es lebe der König!” kehrte dieser unter Salven und Kanonendonner in die Kirche zurück, legte die Insignien ab und ließ sich mit dem Schwert des heiligen Stephan umgürten.

Vor der Kirche bestieg der König Krösus, das weiße Roß,[lxxiv] und ritt  zum den St. Georgsplatz,. Nach alter Zeremonie sprengte er auf den Krönungshügel, der mit Erde aus allen Komitaten Ungarns errichtet worden war, zog das Schwert und schlug zum Zeichen seiner Schutzpflicht für das Land in alle vier Weltrichtungen. Nach dem Krönungsritt löste sich die Kavalkade bei der Burg auf.

Am frühen Nachmittag fand das Krönungsmahl statt, es war das letzte “öffentliche Mahl” eines Herrschers im Habsburgereich. Aus den inneren Appartements in der Hofburg schritt man zum Prunksaal. Der König, mit Mantel und Krone des hl. Stephan, die Königin im ungarischen Krönungskleid mit einem diamantenen Diadem geschmückt, gingen zur mit Blumen und goldenem Geschirr dekorierten erhöhten Tafel.[lxxv] Der stellvertretende Palatin reichte König und Königin das Handwasser, der Primas Hungariae sprach den Tischsegen. Zur Rechten des Königs saßen der Primas und der Erzbischof von Kalosza, zur Linken der Königin der Apostolische Nuntius als Vertreter des Papstes und Graf Tisza als Repräsentant der Nation. Das aus 19 Gängen bestehende Krönungsmahl[lxxvi] wurde aufgetragen, jedoch nicht berührt. Die Speisen kamen in die Hofküche zurück. Als der Wein serviert wurde, erhob der König sein Glas: “Es lebe das Vaterland!”. Gleichzeitig ertönten Kanonenschüsse vom Gellertberg, dann trank der Primas auf den König. Am Ende des Mahles wurde dem König die Krone wieder aufs Haupt gesetzt. Mit Danksagung und Händewaschen war um 3 Uhr nachmittags das Mahl beendet. Die Majestäten kehrten in ihre Appartements zurück, der Reichstag verifizierte das Krönungsprotokoll, die Kroninsignien wurden in die Matthiaskirche gebracht und zur öffentlichen Besichtigung für das Volk ausgestellt. Vor der Abfahrt des Königspaares vom Budapester Westbahnhof nahm die Königin die Huldigung der ungarischen Damen entgegen.

In Retrospektive betonte Kaiserin und Königin Zita immer wieder, daß die Liturgie der Königsweihe und der Inhalt der Krönungsgebete das gesamte Leben des Königs moralisch und politisch bestimmten. Sie entsprachen seinem dynastisch ererbten Bewußtsein des Königtums von Gottes Gnaden.[lxxvii]

Die mittelalterliche Königstheologie betrachtete den König, als Abbild Gottes (“Imago Dei”)(Gen. 1,27) wie jeden Menschen und als Typus Christi. Er hatte Christus vorbildlich nachzufolgen. Die Königsweihe verpflichtete ihn und die Königin, sich für die Menschen ihres Landes einzusetzen und sich für sie zu opfern.[lxxviii]

Wie sehr historischer Augenblick und ungarische Staatsmystik[lxxix] König Karl beeindruckt hatten, überliefert die Erzählung der Königin vom Vorabend des Krönungstages. Budapest war illuminiert, das Königspaar stand auf der Terrasse der Burg, die Bevölkerung jubelte. In Anspielung auf den Palmsonntag bemerkte der König leise und ohne jede Bitterkeit zu seiner Gemahlin: “Heute ist es Eljen! Wie bald werden sie ebenso schreien und meinen Kopf verlangen.”[lxxx]

 
 [i] Erwein Lobkowitz , 245.
[ii] Albert Graf Lónyay de Nagy -  Lónya, Kapitän der kgl. ungarischen Leibgarde
[iii] Erwein Lobkowitz, 247.
[iv] TS 4026,
[v] AGL, Reminiszenzen von Zdenko Lobkowicz, Nr. II (Thronbesteigung).
[vi] vgl. Anhang I: Kaiserreisen.
[vii] AGL. Reminiszenzen von Zdenko Lobkowicz, NR. II (Thronbesteigung),Nr. V (Kaiserreisen, Allgemeines); Erwein Lobkowicz, 277 – 307; Loewenfeld – Russ, 60-61, 89-90 (mißgünstig); StLA, NL Herberstein, TB 426-432 (sehr mißgünstig); Polzer – Hoditz,  288- 291; vgl. unsere Anmerkung 11 unten.
[viii] Erwein Lobkowitz, 225, 228, 282, 330; StLA; NL Herberstein, TB 426-432; Csáky E,,251 – 252 (sehr mißgünstig).
[ix] Spitzmüller, 206; Polzer – Hoditz analog, 279.
[x] Hantsch, Berchtold, 2,754-763; Rutkowski, 3 (in Vorbereitung) Nr. 1817, Herbst 1908: Ottokar Graf Czernin, Aufzeichnung, über Erzherzog Karl (sic!):” Bei einem Spazierritt im Brandeiser Wald, den ich einige Wochen später 1908 allein mit ihm machte,[....] merkte ich neuerdings, daß er auch von den fundamentalsten Grundsätzen einer Verfassung keinen blassen Schimmer hatte.[...]“;  Burián, 182-184 relativ objektiv, bis auf die falsche Feststellung, 183: “Das Bedürfnis, Einfluß auf die Politik zu nehmen, zeigte er bis zur letzten Erkrankung des Kaisers nicht.” Vgl. dazu unser Kapitel II.
[xi] StLA, NL Herberstein, TB passim.
[xii] BAR, E 2300, Wien 32, Bourcart an Motta, Wien ,1917 März 17: “[...]Die Popularität des Kaiserpaares ist immer noch im Wachsen begriffen, indem der Monarch und seine Gemahlin, wo sie nur können, durch direktes Eingreifen, der Not der ärmeren Volksklassen zu wehren suchen. Auch sonst sucht der Kaiser eine frischere Luft in die vermoderten Räume der Bureaukratie eindringen zu lassen. Kürzlich soll er unerwartet im Kriegsministerium erschienen sein und 23 unbeschäftigte Offiziere, worunter ein Feldmarschalleutnant, an die Front abkommandiert haben, über sein Eingreifen à la Harun al Raschid bildet sich schon ein ganzer Sagenkreis.[...]“
[xiii] Czernin, 75 legt dieses Verhalten als Schwäche aus. Tatsächlich hatte Czernin Kaiser Karl nach der Sixtusaffäre “[...] in hellem Zorn gesehen. Diesmal war er heftig und außer sich, sprach von <Schweinerei> [...]” vgl. Kann, 21.
[xiv] Loewenfeld – Russ, 25-57; TS 4o25-4o26 :”[...] Mon père prit toutes ses responsabilités et il tint surtout à ce que la famille royale et les classes riches supportassent comme le peuple les privations de guerre.[...]. Les grands banquiers, les industriels et les gens d`affaires lui tinrent rigueur de ces dispositions qu `ils jugeaient inadmissibles pour eux.[...]“
[xv] Gonda, 303-304.
[xvi] Röm. 13, 1:”[...] denn es gibt keine Gewalt, die nicht von Gott ist. Die bestehenden (Gewalten) sind von Gott angeordnet.[...]” I. Hösl, Gottesgnadentum : LThK (Buchberger),4, 611-612:”[...] Gottesgnadentum, Inbegriff der unabhängigen, unumschränkten, Gott allein verantwortlichen Machtstellung des Herrschers. Er ist von Gott zur Macht berufen, verdankt sie dessen freier Gnadenwahl, regiert kraft seiner Stellung aus eigenem Recht, das er nicht erst von anderen übertragen erhält, auch wenn sein Anspruch aus Geblüts – und Erbrecht durch Designation oder Erwählung entstand.[...]Das Gottesgnadentum ist machtbegründend, aber auch verpflichtend. Über Herrscher und Volk steht das Recht, das er zu wahren hat.[...]“; Kolmer, 2, 211:”[...] Dem im Herrenhaus gestellten Antrag, die < Heiligkeit, Unverletzlichkeit und Unverantwortlichkeit des Kaisers > am Beginn des Gesetzes über die Regierungsgewalt auszusprechen, wurde im Herren- und Abgeordnetemnhaus ungeteilt zugestimmt[...]“( Hervorhebung d. d. Vfin)
[xvii] Brauneder – Lachmayer, 154 – 166; Polzer – Hoditz, 170-176, insbes. 172
[xviii] Novotny,: Habsburgermonarchie II, 61-64; Brauneder – Lachmayer, 158 – 163, 169 – 175.
[xix] AZ, 1916 (28) Nr. 325, 1:Wien, November23: ” [...] Das Werk der friedlichen Erneuerung kann nur die gesamte Volkskraft leisten, und die kann nur lebendig werden, wenn dem demokratischen Gedanken, der demokratischen Organisation die Bahn geöffnet wird. Denn alle Entwicklung geht vom Volke aus, in dessen Energien und schöpferischer Kraft die wahren Bürgschaften der Staaten beschlossen sind.[...]“; Brauneder – Lachmayer, 158 – 160.
[xx] UR Nr.54, Nr. 213 ( zur Amnestie); Führ, 181-182, lehnt den Begriff der Militärdiktatur ab, ” [...]wenn man darunter ein Regierungssystem versteht, in dem die Heeresleitung die maßgebliche politische Führung übernommen hat und verantwortet[...].” Vgl.auch 174 – 175; Peball, 31-36..
[xxi] Kovács, Katholische Kirche im Spannungsfeld von Nationalismus und Patriotismus, 49-61.
[xxii] Zeman, 84. Nach Kriegsausbruch agitierte sie in drei Gruppen , den Jungtschechen, der Fortschrittspartei und in den Realisten Thomas G. Masaryks, die nach der Verhaftung von Vaclav Klofác die Nationalen Sozialisten ersetzten.
[xxiii] Gonda, 164.
[xxiv] Steed, the Doom of the Hapsburgs, 94; Masaryk, Weltrevolution, 59.
[xxv] nach Gonda, 166.
[xxvi] UR Nr. 51, Nr. 52, Nr. 53; Freimaurerische Kontakte und Möglichkeiten stützten Beneš und Masaryk und ermöglichten ihre subversive antiösterreichische Politik und Propaganda in Rom, Paris und London. Vgl. dazu Beneš, ,9- 80; Masaryk, Weltrevolution, 1 – 44,46 – 127; Gonda, 166-168, 184-185; zur Mitgliedschaft von Beneš und Masaryk bei der Freimaurerei: Posner-Lenhoff, 164-165 1003-1004;Wichtl- Schneider, 210 – 213, 28; vgl. auch unser Kapitel XI.
[xxvii] Gonda, 191; vgl auch unser Kapitel XVI.
[xxviii] Zeman, 77; dazu die  kritische Auseinandersetzung Masaryks mit dem Manifest von Nikolaj Nikolajevic an die österreichisch- ungarischen Völker: Masaryk, Weltrevolution  17-19.
[xxix] Zeman, 76; Führ, 74-80, 127-159.
[xxx] Iván Meštrovic war Bildhauer und Politiker in Dalmatien; Ante Trumbic, Führer der kroatischen Nationalpartei im Agramer Landtag, ehemaliger Bürgermeister von Split und Abgeordneter von Zadar (Zara) im Wiener Reichsrat; Frano Supilo, Herausgeber der “Novi List ” (Neues Blatt) in Fiume, Angehöriger des kroatischen Landtags. Vgl. Suppan, Jugoslawien und Österreich, 53; ders. Kroaten: Habsburgermonarchie III/1, 682.
[xxxi] Zeman, 80.
[xxxii] Zeman, 77-84.
[xxxiii] Polzer – Hoditz ,168.
[xxxiv] UR, Nr. 25.
[xxxv] Polzer – Hoditz,168 – 170; UR, Nr. 25; Nr. 23.
[xxxvi] Polzer–Hoditz, 173.
37 TS 3154-3155:”[...]Er bedauerte sehr, daß die momentanen politischen Verhältnisse ihm nicht erlaubten, die Krönungszeremonien auch in Böhmen vornehmen zu lassen, war aber fest entschlossen , sie gleich nach Friedensschluß vornehmen zu lassen.- Auch für Österreich sah er die Einführung einer Krönung, die bis dorthin nicht bestanden hatte, vor. [...]Er ließ Richard von Kralik bitten, vom historischen Gesichtspunkte aus ein Promemoria auszuarbeiten in Angelegenheit einer Krönung in Österreich[...]“; UR, Nr.213; Polzer- Hoditz, 176; vgl. Kaiser Wilhelms II. ironische Randbemerkung über Se. k. u. k .Apostolische Majestät: PA AA, Päpstlicher Stuhl 4, Bd 10: Wien, 1917 Jänner 16: Wedel an Bethmann Hollweg ;Kovács, Krönung und Dethronisation, 403-411.
[xxxviii] Vgl. unser Kapitel XXI.
[xxxix] UR Nr.26; Führ, 174-175, 181-182:zum Begriff der ” Militärdiktatur” .
[xl] Zum Begriff der ” deutschen Militärdiktatur” vgl. das Telegramm Kaiser Karls an Burián [vor 5 Dezember 1916 ]: KA, NL Brougier, Konzepte Juli – Dezember 1916, fol. 154-157: “[...] Wie mir Kaiser[Wilhelm II.] sagte, will Hindenburg die Demarche [ Friedensangebot der Zentralmächte] erst machen, bis Linie Ploesti (Ploiesti) Bukarest erreicht ist. Auf meine Vorstellungen erhielt ich  Antwort, den Zeitpunkt müsse Feldmarschall [Hindenburg] bestimmen. Mein Eindruck: Auswärtiges Amt gänzlich ausgeschaltet. Reine Militärdiktatur. Kaiser gänzlich unorientiert über triste wirtschaftliche Lage Deutschlands und unleugbare Kriegsmüdigkeit seines Volkes.”  Zitiert von Beneš, 129 mit Anm. 1. Beneš nennt den 5. Dezember 1916 als Datum des Telegramms; StLA, NL Herberstein TB, 430-432 “[...]Diese beiden Episoden vom 5.u.7.Dezember [...]lassen auch befürchten, dass das Zusammengehen mit Deutschland sehr erschwert werden wird ! Der endlich erreichte gemeinsame Oberbefehl wird auch zweifellos in Brüche gehen, denn Kaiser Karl wird sich niemals demselben unterordnen wollen.[...]Also das Armeeoberkommando kommt sicher nach Baden und wir werden, wie ich höre, zirka Mitte Jänner dorthin übersiedeln. Das war ja vorauszusehen,[...]denn der Kaiser kann ja nicht immer zwischen Wien und Teschen hin und her reisen.[...]“
[xli] Vgl. unser Kapitel I. 
[xlii] AGL, Broucek, Kaiser Karl als Inhaber des allerhöchsten Oberbefehls (Manuskript)79 -81; Text der Bestimmungen: Arz 127 – 129 und in ÖUlK V, 267 – 269, die Veränderung nach der Thronbesteigung Kaiser Karls:723-724 ident mit UR, Nr. 213.
[xliii] Hoyer, 80-83; Broucek, Glaise, 1,386, 392-394; Conrad, Private Aufzeichnungen, 332 Anm.52 bringt als Datum der Verlegung des Armeeoberkommandos den 8. Dezember 1916 ohne Beleg.
[xliv] Hindenburg, Aus meinem Leben, 235.
[xlv] Ludendorff, Urkunden der Obersten Heeresleitung, 305- 308 (Nr. 2, 3), 311 (Nr. 6), 312( Nr. 8, 9) 315-317 (Nr. 11, 12); Burián, 165-179, bes. 178: ” Unser junger Monarch [...] war viel zu sehr von Friedensplänen erfüllt, um  den deutschen U – Bootplänen zuzuneigen [...] Allein die fachtechnische Überredung, die [...] bei unserer starken militärischen Verpflichtung an Deutschland als moralischer Druck wirkte [...]ließen eine völlig ablehnende Haltung dem Kaiser Karl immer schwieriger erscheinen[...].” Zum Friedensprogramm Kaiser Karls während des ganzen Krieges vgl. unsere Kapitel VI, VII, VIII, X. XI, XVII.
[xlvi] Scherer – Grunewald, 1, 582 – 586(Nr.397): Bern, 1916 November 27: Romberg an Bethmann Hollweg; 594- 597 (Nr. 404): Bern, 1916 Dezember 4: Brief Kesslers an ?; 598- 599,( Nr. 405): Bern, 1916 Dezember 5: Brief Kesslers an ?; 603-605 (Nr. 411): Romanshorn, 1916 Dezember 7: Brief Kesslers an?; 607-608 (Nr. 414): Brüssel ,1916 Dezember 8: Lancken an Langwerth; 615-617 (Nr. 421): Berlin, 1916 Dezember 13: Kessler an Langwerth.
[xlvii] TS 4224-4225: Soeur Maria Antonia OSB princesse de Bourbon: ” [...] J`ai été melée aux demarches de Serviteur de Dieu auprès de mes frères Sixte et Xavier pour une offre de paix à l’Entente en 1916 et 1917[...] Le Serviteur de Dieu demanda à la Duchesse de Parme, ma Mère, d’écrire à ses fils Sixte et Xavier, qui étaient officiers de l’armee de belge et se bataient en Flandre, de venir au plus de tôt en Suisse . Dès le 5 Decembre, ma Mère leur écrit et envoie sa lettre à la Reine des Belges, et moi j’ écris à mes soeurs bénédictines à l’Abbaye Sainte Cécile, alors exilée en Angleterre, pour qu’ elles écrivent aussi mes frères qu’on a hâte de les revoir en Suisse. Mes frères recoivent les messages [...] [et] demandent l’autorisation du Roi Albert de se rendre en Suisse [...]”  Zur Erlaubnis von König Albert I.: Albert Ier. Carnets et Correspondance, 471; Sixte de Bourbon, L’ Offre de Paix Separée, 38-39; Rauchensteiner, 419″[...] Kaiser Karl war über  die deutsche Weigerung, ein Solidaritätsabkomen abzuschließen, erbost. Und er verständigte am Tag nach dem Scheitern der diesbezüglichen Verhandlungen seinen Schwager Sixtus Bourbon – Parma von seinem Wunsch nach einem persönlichen Gespräch.[...] ” Diese Behauptung ist unbelegt, vielleicht in Anlehnung an die wenig stichhaltigen Vermutungen von Steglich, Bündnissicherung, 134. Steglich stützte sich dabei auf Fester, 249; der die “Denkschrift des Prinzen Sixtus für Präsident Poincaré publizierte. Von einer Verstimmung Österreich – Ungarns gegenüber Deutschland findet sich dort nichts, auch Burián, 154-155 berichtet das nicht. Die “Denkschrift des Prinzen Sixtus ” stimmt mit den oben zitierten Aussagen von Soeur Maria Antonia OSB princesse de Bourbon überein.
[xlviii] UR Nr.35 mit Anm.5; vgl. auch unser Kapitel XII.
[xlix] UR Nr.22, zur Analogie der politischen Konzeptionen von Prinz Sixtus und Erzherzog Carl Franz Joseph: UR Nr. 6,7,14; zur Friedensbeziehung der Päpste zu Eh Carl Franz Joseph: TS 3515: ” Schon Papst Pius X. hat den Erzherzog Carl bereits damals so hoch geschätzt, daß er gleich nach der Ermordung des Erzherzog Thronfolgers Franz Ferdinand an ihn durch einen hohen Vatikanbeamten einen Brief sandte. In diesem Brief bat er den Erzherzog, dem Kaiser Franz Joseph mit allen Mitteln die Gefahr eines Krieges auseinanderzusetzen,[...].Leider wurde durch eine Indiskretion dieser Auftrag bekannt und der Beamte verhindert, die italienische Grenze zu überschreiten, so, daß der Brief des Papstes erst viel später – schon im vollen Kriege- dem Erzherzog zugestellt werden konnte. Der Papst hatte überdies eine stete Verbindung mit [dem Erzherzog] hergestellt.”
[l] Burián, 151 -160; ÖUlK, VI, 11-20; auch Bihl, Deutsche Quellen, 234 – 237(Nr. 109): Verhandlung Buriáns, Auszug. .
[li] Ludendorff, Urkunden, 311-312, Wortlaut der Note, auch: Scherer- Grunewald, 1, 613-615 (Nr. 420):[Berlin, 1916 Dezember 12]: Note non signé (< Endgültiger Text der Ansprache des Herrn Reichskanzlers an den amerikanischen Geschäftsträger bei Uebergabe der Note.> Vgl. dazu den Kommentar von Beneš, 129-131. Vgl. auch unser Kapitel V.
[lii] Wiener Zeitung Nr. 287, 13. Dezember 1916, 8-10.
[liii] Wiener Zeitung, Nr. 289,15. Dezember 1916,10; Nr.290, 16. Dezember 1916, 7; Nr. 291, 17.Dezember 1916, 14-16; Vgl. Redlich TB, 2,166-168 notiert das Gerücht, Tisza habe die Abberufung  Koerbers bewirkt; dazu auch . Polzer – Hoditz, 175-179.
[liv] Neck, Protest Franz Ferdinands, 28 – 47.
[lv] Redlich TB 2, 161: “[...]Ist es nicht eine furchtbar groteske Komödie, was man den ” modernen monarchischen Staat” nennt?[...]Ist das wirklich so, daß die Massen der Menschen noch immer im Fetischismus der Herrschaftsgewalt verstrickt sind ?[...]schließlich lassen sie sich in Amerika von Herrn Morgan und Rockefeller, in England von Herrn Northcliffe ausbeuten und zum Narren halten! Aber ist es nicht doch ein Fortschritt,  daß dort jeder von ” seinesgleichen” geleitet und gerupft wird?[...]” Vgl. die politischen Reflexionen von Ignaz Seipel vom August 1919: Kovács, Papst Benedikt XV.376-372. Zur Position der österreichisch deutschen Sozialdemokratie: unser Kapitel III, Anm.3. und AZ, 1916 Nr. 328, 1-2:November 26: Vom Wechsel des Herrscherberufes.
[lvi] Der Kaiser hatte am 23. November 1916 Koerbers mit einem Handschreiben aufgefordert, die Eidesablegung auf die österreichische Verfassung vorzubereiten. Dazu:Redlich TB, 2, 166-169167 Anm.53 Wortlaut des Handschreibens; Polzer-Hoditz,182
[lvii] TS 3025-3026 über den Zusammenhang zwischen Krönung und Kampf gegen die Freimaurerei. Zum Sturz Koerbers: UR, Nr.213; TS 3152:”[...] Besonders peinlich empfand die Freimaurerei die Neubildung der Regierung, bei der Minister – Präsident Körber (sic!), ihr Exponent, nicht mehr in seine Stellung zurück kam. Die davon  Betroffenen und diejenigen Leute, die [Kaiser Karl] ungewollt zu solchen Kenntnissen verholfen hatten, prägten nun den Ausdruck “Karl der Plötzliche”. Seine Entschlüsse und Änderungen sollten nicht als Ergebnis seiner profunden Kenntnisse, sondern als das Ergebnis plötzlicher Launen erscheinen[...].” Wir können Koerbers Mitgliedschaft bei der Freimaurerei nicht nachweisen. Zur Gegnerschaft der Freimaurerei gegen das Haus Habsburg: TS 3523:”[...] Gleich nach dem Eucharistischen Kongresse in Wien im Jahre 1912 [...]ließ mich mein Beichtvater P. Carl Maria Graf Andlau, SJ, Superior der Jesuiten – Residenz in Wien, rufen und sagte mir[...]< Ich habe durch unsere Patres in Paris erfahren, dass gleichzeitig mit dem Eucharistischen Kongresse in Wien ein Kongress der Italienisch – französischen und englischen Logen in Paris stattgefunden hat. Bei diesem Kongresse wurde einstimmig die Zerstörung Österreichs und der Monarchie entschieden unter dem Vorwande, dass es für Europa eine Gefahr darstelle, dass ein ganzer Staat offiziell der Kirche unterworfen sei. Der Kongress entschied, mit allen Mitteln die Zerstörung Österreichs und die Auflösung der verschiedenen Völker durch die Ausnützung des Nationalitätenprinzips anzustreben.> P. Andlau bat mich, dies möglichst bald dem Kaiserhause bekanntzugeben.[...]“Wir können diese Aussage nicht verifizieren.
[lviii] Vgl. unser Kapitel XXIII.
[lix] Zum Sturz Siegharts: UR, Nr.20, Nr. 213 mit Anm.15 ; TS 3026-3030; AZ 1916, Nr. 358.Dezember 28, 5 ; Nr. 359: Dezember 29. 4, <2[...]kann man aber die Beseitigung einer Rolle, die die Politik in den Dienst des Finanzkapitels, das Finanzkapitel in den Dienst der Politik stellte, nur begrüßen.[...]“; AZ 1917, Nr. 4, Jänner 4, 5; Almayer – Beck, 198 – 203,273; Sieghart, 178- 182; Redlich TB, 2, 174:”[...]Ich finde den Sturz Siegharts, den ich jahrelang als den ” Corrupter General of Austria ” bezeichnet habe, vollständig gerechtfertigt. Die hiebei angewendete Methode, die stark nach ” Zarismus” schmeckt, kann ich nicht billigen[...].” und 390 (Register); Spitzmüller, 203; Höglinger, 125-127.Vgl.auch Hantsch, Berchtold, 2, 762 über den Enfluß Siegharts und die Gegnerschaft des Thronfolgers Eh Carl Franz Joseph (März 1916!).
[lx] Beneš, 133.
[lxi] Text der Note: Papers of Woodrow Wilson, 40, 273- 276; Ludendorff, Urkunden, 313-315; Darstellung: Link, Wilson, 5, 215-289.
[lxii] Beneš, 132-133.
[lxiii] Scherer – Grunewald,1, 620-621,( Nr.426):Wien, 1916 Dezember 19: Wedel an Außenamt. Die dort abgedruckten möglichen Friedensbedingungen auch in HHStA, PA I, Karton 524, Liasse XLVII/13:1 fol. 52rv: “Notiz Seiner Exzellenz dem Herrn Minister durch den Apostolischen Nunzius am 26. Dezember überreicht. Bedingungen eines möglichen Friedens.” 
[lxiv] Scherer – Grunewald, 1, 643 -644,(Nr. 445): Wien, 1916, Dezember 27: Wedel an Bethmann Hollweg; vgl. auch Steglich, Friedensappell, 53 – 54 (Nr. 24): Parallel dazu setzte sich der deutsche Nachrichtendienst mit der Persönlichkeit des Apostolischen Nuntius auseinander, fand schwarze Punkte in dessen Vorleben und schaltete damit Möglichkeiten einer direkten Friedensvermittlung zwischen Wien und Rom aus vgl. Kovács, Österreich – Ungarn aus der Sicht des Vatikans, 295-296.
[lxv] AGL, Die Krönung und die mit derselben zusammenhängenden Festlichkeiten. Zusammengestellt von der die Krönung vorbereitenden Kommission (Druck). Zur occidentalen Orientierung der ungarischen Krönung: Baroniek, 247-304; weitere Literatur: bei Kovács, Krönung und Dethronisation, 408-411.
[lxvi] vgl. dazu die Berichte der AZ, Nr. 358 , 28. Dezember 1916, 5, Nr. 359, 29. Dezember 1916, 4; Wiener Zeitung, 1916, Nr. 299, 15, Dezember  29.
[lxvii] Diese Schriftstücke entsprachen mittelalterlichen Privilegienbestätigungen und neuzeitlichen Wahlkapitulationen, die jeweils vor der Huldigung der Stände und vor der Krönung erfolgten.
[lxviii] Arbeiterzeitung 1916, Nr. 301, 7, Dezember 31. Das Krönungsgeschenk wurde einem patriotischen Zweck gewidmet. Nach  Lorenz, Kaiser Karl, 279 erhielten ungarische Kriegsinvalide den dem König zufallenden Teil, eine Hilfsaktion für Siebenbürgen den Teil der Königin.
[lxix] Zur Hauskrone: Bárány – Oberschall, 20.
[lxx] Krönungsritus: Pontificale Romanum Summorum Pontificum. Jussu editum a Benedicto XIV. et Leone XIII. Pont. Max., 1, Ratisbonae, Neo Eboraci, Cincinatti 1888, 173 – 201. Deutsche Übersetzung des  Eides auf die Kirche: AZ, Nr. 361, 6 – 7 : 1916, Dezember 31.
[lxxi] Lorenz, Kaiser Karl, 264.
[lxxii] Barany – Oberschall, 20.
[lxxiii] Habsburg Otto von, 310.
[lxxiv] Zu ” Kroesus “: Erwein Lobkowitz, 281- 283.
[lxxv] Kovács, Krönung und Dethronisation, 410: Beschreibung des Krönungsmahles durch den dabei anwesenden Apostolischen Nuntius Valfrè di Bonzo.
[lxxvi] AZ Nr.361, 6- 7: 1916, Dezember 31: Das “Menü” des Krönungsmahles, das Oberkoch Otto Desbalmes und Oberkoch Karl Tlaschek  vorbereiteten.
[lxxvii] TS 2843, 2857, 2858, 2930, 3026, 3154:”[...]Die Krönung selbst hat [Kaiser Karl] angesehen als die Investition durch Gott und seine heilige Kirche, speziell von seinem Königreich Ungarn, aber auch seiner übrigen Länder.[...]“; Brook–Shepherd, Um Krone und Reich, 69.
[lxxviii] TS 3008:” [...] [Kaiser Karl] fühlte sich als Vater aller seiner Völker und damit auch vor Gott für deren Seelenheil verantwortlich[...] Er setzte auch die ganze Kraft des Betens, Opfern und Leidens ein, um dieses Ziel der religiösen Bewahrung und Erneuerung seiner Völker zu erreichen.[...].” Auch TS 3024, 3047.
[lxxix] Wiener Zeitung, Nr.298, 12, 1916, Dezember28: aus der Dankrede des Königs beim Empfang auf dem Budapester Westbahnhof:”[...] Nicht nur dem Worte Unserer Gesetze, sondern auch der Eingebung Meines Herzens fogend, bin Ich mit der  Königin in den Kreis Meiner geliebten, treuen ungarischen Nation gekommen, um schon nach einigen Tagen als Träger der Heiligen Ungarischen Krone, als ihr gekrönter König die in der Heiligen Krone verborgene volle Herrschermacht zu übernehmen[...].”
[lxxx] TS 3050: zur Salbung als Zeichen der Berufung, zur Integration des alttestamentlichen Königtums, zum Gesalbten als Imago Dei und Typus Christi: Eichmann, 1, 78 – 89, insbes. 88.